CineS2 Treiber „OnTheFly“ laden

Wer wie ich eine CineS2 6.5 im einsatz hat, ist unter Ubuntu ein bisschen gekniffen. Der Treiber wird noch nicht mit dem offizjellen Kernel ausgeliefert. Das führt dazu das man leider auf einem Produktivsystem etwas selber bauen muss. Besonders nach einem Kernel Update nerft das ganze, da man den Treiber im laufenden Betrieb überschreiben muss.

Als erstes brauch man git. Via git clone oder gut pull von https://github.com/DigitalDevices/dddvb die neusten Sourcen downloaden.

Erst mal den alten Treiber „entladen“ (fals man noch weitere DVB-Karten hat müssen deren Treiber auch entladen werden)

anschließend geht es ans bauen

Treiber wieder laden …

So geht es auch ohne Neustart …

TV-Stick Sundtek MediaTV Pro

So hier mal ein kleiner Betrag zum Thema „Erfahrung mit Hardware“.

Als ich vor 2 Monaten auf der such nach Brauchbarer DVB Hardware war, machte sich schnell Ernüchterung bei mir breit. Wenn man ein Paar gesonderte Anforderungen hat, wird die Auswahl der Anbieter sehr schnell sehr klein. Größtes Problem, der native Support von Linux. Darunter verstehe ich nicht nur, dass es ein von der Community gepflegten Treiber gibt, sondern dass der Hersteller unterstützend zur Hand geht, z.b mit Dokumentation oder eigenen Patches.

Hat man diese Anforderung einmal ausgesprochen, reduziert sich der Anbietermarkt massiv. Träume wie eine DualTuner DVB-C LowProfile kann man ganz abschreiben. Ich bin dann irgendwann auf die Geräte von Sundtek gestoßen. Obwohl mir die Geräte anfangs gar nicht zusagten (USB, extern, budget-Karten) ging mir am Ende einfach die Alternativen aus.

Eine kleine „recherche“ durch deren Support-Forum stimmte mich aber fast euphorisch. Als erstes bekommt man mit, dass es sich bei den Treibern um Closed-Source Treiber handelt. Darüber kann man im ersten Moment entsetzt sein, da es zwei Dinge bedeutet. Support nur vom Hersteller und ein geschränkte Anwendungs-Architekturen. Beim weiteren lesen stößt unweigerlich auf die Liste der unterstützten Plattformen und Anwendungen. Das hat mich dann schon überrascht. Neben Anleitungen zur Installation auf Verschieden geschlossen Media-„Boxen“ gibt es eine detaillierte Liste mit welchen Applikationen der Stick getestet wurde. Darunter nicht nur die gängigen Plattformvertreter sondern auch Exoten oder gar Kombinationen die selbst von den Entwicklern noch als „experimentell“ gekennzeichnet sind. Dazu kommen ein Haufen Forenpost die auf Treiberprobleme hindeuten und meisten damit enden, dass eine neue Treiberversion released wird (zeitnah). Das ungewöhnliche daran ist, dass diese Post nicht gelöscht werden und das die Techniker detaillierte Anweisungen geben, zum Teil Zugang zu dem betroffen Kundensystem erbitten um dort zu debuggen. Sowas kenne ich sonst nur aus dem Suppportgeschöft von Großfirmen zu Großfirmen.

Positiv erwähnenswert ist, dass der Support nicht aufhört zu suchen, wenn sie ihre eigene Hardware als Fehlerquelle ausschließen können. Als ich selbst in die Verlegenheit kam, den Support zu kontaktieren gab es so lange Unterstützung bis ich wusste wo der Fehler zu suchen ist.

Die Hardware an sich ist nicht außergewöhnliches. Es handelt sich (je nach Modell) um eine Tunerkarte mit IR-Sensor. Mitgeliefert werden eine Antenne, eine kleine Fernbedienung und ein Adapterkabel für die zusätzlichen Eingänge (analog Radio,Composite usw). Erwähnenswert ist hier, das der Stick selbst im Dauerbetrieb nur Handwarm wird.. Nicht wie z.b bei meiner Pinnacle Karte. Die schon im Idle als Heizung dienen kann.

Die Treiberinstallation geht flott von der Hand. Man lädt ein install-script das ausgeführt wird. Sofort danach kann man den Stick ansprechen. Es wird alles mitgeliefert was man braucht. Profiele für die Remote-Control, die lirc ein Stellung wird gesetzt usw. Wenn man kein eigenes Setup hat, ist man wirklich sehr schnell mit der Installation durch. Für alle anderen fängt hier das „fummeln“ an. Beim Hochfahren des Sticks wird mit „Gewalt“ der Pfad in der LIRC-Config gesetzt und dieser Dienst neu gestartet. Um das zu unterdrücken, muss man den Script opt/bin/lirc.sh totlegen. In zukünftigen Treiberversionen will Sundtek das Verhalten anpassen. Das Flag um die LIRC Config abzuschalten gibt es schon, es wird nur nicht ausgewertet. Was hingegen super gelöst ist, sind die Device-Atteched/Detached-Hooks. Man muss keine firckeligen UDEV-Rules mehr schreiben oder sonst irgendwelche Klimbzüge machen um das PVR-Backend nur dann zu starten, wenn auch ein Device da ist. Der Treiber führt schön säuberlich eine Schnittstelle raus, die ein Script aufruft, wenn ein Device aufgetaucht und betriebsbereit ist. So einfach kann die Welt sein.

Daneben sind die umfassenden Einstellmöglichkeiten des Treibers erwähnenswert. Das Manual ist zwar ein wenig knapp aber im Forum gibt es eine menge Tipps wo man wie drehen muss, wenn es mal irgendwo hakt. Die Möglichkeiten reichen vom direkten ausgeben der Signalqualität über zu und abschalten von Decodieroptionen bis zum „remote mounten“ des Gerätes. Letzteres ist sehr hilfreich, wenn man den CPU des HTPC im verdacht, oder man sowohl nicht an einem HTPC entwickeln will. Dann mountet man das Gerät über das Netzwerk an seiner „Höllenmaschine“ und kann dort mal das PVR-Backend testen/weiter entwickeln.

Alles in allem bin ich positiv überrascht von der Hard/Software. Was mir nun nur noch fehlt ist eine DualTuner-Variante und eine Treiber-variante die man über apt installieren kann;)