Ein Rückblick: eine Woche Ubuntu-Netbook-Remix

Ich hab jetzt seit einer Woche ein Netbook im Einsatz. Es ist also Zeit für einen kleinen Rückblick. Erstes Fazit: arbeiten auf der Seashell macht Spaß. Besonders da es momentan noch wirklich Arbeit ist. Es braucht eine weile bis man sich Ubuntu so angepasst hat, das es so läuft wie man es wirklich will. Besonders die Optimierung auf „Sparsamkeit“ ist noch (Konsolen) Arbeit. Daneben lassen sich hervorragend Texte schreiben, Mails lesen und im Internet surfen.

Neben der Tastatur und dem Display überzeugt vor allem der Netbook-Remix selber. Diesen muss man in zwei Bereiche teilen: Kernel/Unterbau und GUI.
Der Kernel im Netbook-Remix samt die ihm umgebene Konfiguration aus Daemons ist nicht „optimal“. Was aber nicht weiter verwundert, es zwar ein optimierter aber immer noch „allgemeingültigen“ Kernel eingesetzt. Auch der Xserver läd noch alle Module/Treiber um eine Nvidia, ATI oder sonst irgendeine Karte zu befeuern. Dies ist dem Umstand geschuldet, das es sich beim Netbook Remix um eine „große“ Distribution handelt, keine optimierte Spartenvariante. Das ließ sich aber schnell ändern. Mit „wenigen“ Handgriffen war der „allgemeine“ Kernel gegen einen EeePC-Kernel ausgetauscht, der ist nicht nur kleiner sondern spart auch Strom. Auch sonst ließ sich der Unterbau mittels aptitude und Config-Scriptes sehr komfortabel an die Bedürfnisse anpassen. Momentan hab ich das Gefühl eine Betriebssystem zu haben, was sich „fast“ perfekt an die vorhanden Hardware angepasst hat. Noch ein zwei Ecken weg schleifen (Softkey zum laufen bringen) und ich bin wunschlos glücklich.

Bei der Oberfläche überlebte ich einige Überraschungen. Ich war mit der Einstellung „ran gegangen“ Ubuntu zu installieren (da es noch kein Xubuntu Netbook-Remix gibt) und das enthaltene Gnome schnellstmögliche runter zuschmeißen und gegen Xfce zu tauschen. Da dies ja ressourcensparender ist und mehr „KDE-like“. „Gnome ist halt hässlich“. Naja es kam alles ein wenig anders. Beim Zwangsboot von Windows merkte ich das erste mal, dass eine Standard Desktopoberfläche auf einen 10“-Display alles andere als optimal ist. Die Fensterleiste zu breit, dass „Windowing“ zu platz verschwendend. Von 600 Pixeln (vertikal) gehen alleine schon knapp 100 Pixel für „Startleiste“ und „Fensterrahmen“ drauf. Nach der Installation von Ubuntu war ich erstmal schockiert von der Farbgebung. Ich mochte dieses grau in braun noch nie… Durch das Fehlen der Netzwerkfunktionalität war ich gezwungen erstmal mit dieser Oberfläche zu arbeiten, wenn auch nur in der Konsole. Nach den ersten Stunden (2-3) hatte ich Netzwerk und machte meine Drohung war. Einmal den Befehl ausgeführt, der mir GNOME runter schmeißt und XFCE draufhaut. Ohne Seil und doppelten Boden. Weg mit dem braunen Brei, her mit der … Desktopoberfläche… Nachdem ich die erste Stunde mit XFCE gearbeitet hatte (Einrichten, gestalten und auf Energiesparen trimmen) stellte ich fest, dass sich mein erster Eindruck bestätigte. Irgendwie fühlte sich das alles unrund an. Das ständige überlagern von Fenstern, das schieben und anordnen war ein Krampf. Ich verwarf das alles und installierte Ubuntu nochmal neu. Nachdem ich mich mit den Braun angefreundet hatte (mittlerweile empfinde ich es sogar als angenehm) stellten sich die Vorteile des Oberflächendesign noch stärker heraus. Bis auf ein paar nicht angepasste Dialoge (oder die Möglichkeit zu große Dialoge zu scrollen) wirkt alles aus einem Guss und aufeinander angepasst. Sogar mein Lieblingsbrowser lässt sich mit Skin wunderbar in die Oberfläche integrieren. Als Zentrale Anlaufstelle habe ich den Gnome-Netbook-Launcher wirklich ins Herz geschlossen. Anfangs wirkte das Ding überflüssig wie ein Kropf, mittlerweile findee ich das „OnScreen“Menüunervig.. Bei der kleinen Auflösung hat man oft Überblendungen oder „aufploppen“ an stellen wo man das Menü nicht erwartet. Wenn ich raus gefunden hab wie ich den Launcher auf Tastendruck einblende verschwindet das Menü endgültig…

Seashell – Kernel optimieren und LAN

Adam McDaniel bietet einen speziell an den EeePC (oder andere Netbooks) angepassten Kernel für Ubuntu an. Der ist zwar aktuell hinter dem Ubuntu-Kernel hinterher (2.6.28-13 gegen 2.6.28-12) dafür ist er aber um einiges schlanker und „schneller“. Wobei der Leistungszuwachs unter den „alten“ EeePC wohl größer ist. Ich betreibe meine SeaShell dennoch mit dem neuen Kernel, da der Kernel ungefähr 0.5 bis 1 Watt weniger Strom verbraucht (laut Powertop) und damit gut 30 min längere Akkulaufzeit bietet.

Um den Kernel zu installieren muss man erstmal die neuen quellen über die /etc/apt/source.list einbinden.

Anschließend den zugeörigen PublicKey herunterladen und ein Quellenupdate durchführen.

Ist das erledigt, installiert man sich den optimierten Kernel

Die letzte Zeile kann man sich sparen, wenn man „nur“ den gleichen zustand herstellen will wie bei der „normalen“ Ubuntu installation. WIll man hingegen noch den LAN Treiber installieren braucht man die Header Files.

Den Treiber für die Gigabit-Ethernet-Karte gibt es bei Atheros oder direkt bei mir. Einmal entpackt beginnt der berühmte aber leicht abgewandelte Linux-Dreisatzt.

Danach funktionierts auch mit der Lan-Karte.

1008HA – Sound zu leise

Nach der Standartinstallation des NetBook-Remix auf der SeaShell wird man schnell feststellen, dass der Sound extrem leise daher kommt, obwohl unter windows der „Sound“ während der Einrichtung nerfig laut war, das muss man leider über sich ergehen lassen.

Leider lässt sich dem problem mit GUI-Boardmitteln nicht wirklich bei kommen. Da man aber die Console bei der Seashell durchaus gewöhnt ist/sein muss reicht ein aufruf des Alsamixers in der Console…

dort den zweiten Kanal hochdrehen (Anschlag) und anschließend die Einstellungen speichern

und schon klappt es mit dem Sound 🙂

WLAN unter Ubuntu NetBook Remix auf der SeaShell zum laufen bringen

Unter der aktuellen Version des NetBook-Remixes ist die Seashell nicht sinnvol zum Einsatzt zu bringen, weder LAN noch WLan sind nutzbar. Um diesen Umstand zu lösen bedarf es eines Updates. Die kann man über folgenden Befehl bewerkstelligen.

wohl dem der eine externe USB LAN/WLAN-Karte hat, wie zb bei „where’s the [any] key“.

Leider dürften die meisten käufer wie ich erstmal etwas verduzt drein schauen. Das die WLAN Karte nicht nutzbar war, damit rechnet man, das eine einfache LAN-Karte nicht nutzbar ist, das hat man unter Linux schon lange nicht mehr erlebt.

Nach einer kleinen Suche im Debian-Handbuch war die Lösung aber „schnell“ parat. Zu finden hier: Debian Handbuch

Hier der Ablauf:

Als erstes ein Medium der Wahl, am besten USB-Stick oder SD-Karte, formatieren und mit der folgenden Ordnerstruktur vorbereiten (ich hab das Medium dabei unter /media/Disk eingebunden):

danach inter /media/Disk/ eine Datei mit dem namen apt.conf anlegen (kann auch anders heißen) und mit folgendem inhalt füllen:

Nun (auf dem EeePC) das medium mounten (wenn nicht schon geschehen) und die Datei /var/lib/dpkg/status kopieren

Nun das Medium auf den Rechner mit Internet Mounten und die /etc/apt/sources.list kopieren.

nun „apt“ temporär „umbiegen“ und „updaten“:

Nun warten bis die dateien auf das Trägermedium geschrieben wurden, dann am EeePC wieder mounten und dort updaten.

anschließend neu starten und das WLan in Betrieb nehmen.

Seashell und Ubuntu NetBook Remix

ASUS hat mit dem ersten EeePC für Furore gesorgt weil dieser ohne ein Windows daher kam. Ja man konnte nicht mal eins installieren. Dieser neue EeePC ist „voll“ Windows-tauglich, so heißt es zu mindestens. Ausgeliefert wird er mit einer in vier Partitionen geteilten Platte samt vorinstallierten Windows XP.

WARNUNG: Die Linuxer unter euch, die sofort alles löschen und daraus ein oder mehrere EXT/Reiser Partitionen machen wollen, sollten hier innehalten. ASUS liefert BIOS Updates aus (die wichtig sind), welche nur von Windows aus zu installieren sind. Ihr braucht also eine Wartungspartition. Ich für meinen Teil hab eine 10GB XP partition und 150 GB EXT3.

Zudem läuft OOTB weder LAN noch WLAN mit Ubuntu. Damit fällt der Netzboott/NetInstall (PXE) ins Wasser. Zwar kann das BIOS via PXE booten, das aktuelle Jaunty Image kann jedoch die LAN-Karte nicht ermitteln und bricht ab. Einer Installation über USB Stick/SD-Karte steht aber nix im weg (NetbookRemix). Es Bedarf aber in jedem Fall einen zweiten Rechner mit funktionierendem Internetzugang und am besten apt-get. Denn man muss das erste Update ohne Internet fahren und erst danach bekommt man die WLan Karte (Artheros) ans laufen.

Hier die Zusammenfassung:

[OOTB funktional Ubuntu 9.04 Jaunty (NetbookRemix)]

[OOTB nicht funktional Ubuntu 9.04 Jaunty (NetbookRemix)]

Die Akkulaufzeit beträgt rund 4 Stunden, wenn man es mittels powertop und ein paar Skriptes optimiert schafft man ohne Probleme die 6 Stunden.

Mein neues Spielzeug: ASUS EeePC 1008HA

Ich hab mir ein neues Spielzeug gegönnt. Einen EeePC 1008HA. Das neuste Modell und „Königsklasse“ von ASUS unter den (billig) Netbooks. Ich hab mich für dieses Modell entschieden weil der Hersteller mit seiner bisherigen Politik bewiesen hat, dass man auch auch Linux erfolgreich unterstützen kann. Ob mit den Ultra-Schlanken QuickBoot-Linux für ihre Motherboards oder dem ersten EeePC selber, eine Linux-Only Maschine.

Der 1008HA, Codename Seeshell basiert auf einer stromsparenden Intel Atom Plattform, wie alle anderen Modelle in der (Preis)Kategorie auch. Nur in der Ausstattung unterscheiden sich die Geräte geringfügig.

Außer einem GSM/HSDPA Modem ist bei diesem Modell alles mit an Bord was man für moderne Kommunikation so braucht. Bluetooth, 208.11 (B G) N(Draft) und (überraschenderweise) 10/100 LAN. Bestückt ist das Board mit einem 1GB RAM (kann auf maximal 2GB ausgebaut werden). Die Festplatte ist leider eine 160GB Platte „alter“ Bauart, keine SSD. Mit SSDs lassen sich noch keine Größen erreichen die eine „Windows“ Plakette ermöglichen (zu mindestens nicht bezahlbar). Leider bleibt das nicht das einzige Ärgernis mit der Ergebenheit an Redmond.

Positiv hinzu kommt das Design der „Muschel“. Flach wie selbige. Der LAN-Port ist breiter als das Gehäuse, was über eine findige Klappe realisiert wird.. Der Anschluss für einen externen Monitor ist an der Unterseite versteckt und alle weiteren Anschlüsse über Blenden unsichtbar gemacht. Sehr schick das ganze. Besonders in schwarz (mit blauen LEDs) sieht das ganze Edel aus… Bis auf diese scheiß Logos… Alle Aufkleber lassen sich rückstandslos entfernen, nur bei dem Atom und Windowslogo muss man mit Alkohol loslegen. Minuspunkts.

Gengretypisch aber dennoch beschissen ist das verspiegelte 10“ Display, in praller Sonne wird arbeiten so unmöglich. Die 10“ machen sich jedoch positiv bemerkbar. Man hat wesentlich mehr Übersicht als bei den Vorgängermodellen. Positiv wirkt sich das auch auf die Größe der Tastatur aus. Hier hat sich ASUS nicht lumpen lassen, Die Tastatur ist das eigendliche Highlight des 1008HA. Guter Anschlagpunkt und Haptik und auch die Größe der „Sondertasten“ (TAB, Enter, Shift) ist so, dass man sich als Vielschreiber nicht die Finger bricht. Damit kann man auch mal „geschwind“ ein paar Zeilen Sourcecode hacken…

Trotz der „Größe“ fällt das Gewicht mit 1.1KG angenehm gering aus. Das ist ein eindeutiger „immer dabei“ Faktor.

Wie sich das Teil in der Praxis schlägt folgt in den nächsten Artikeln.

Flash und „mehrere“ Soundkarten

„So bist du nicht willig….“ das waren die ersten gedanken, die ich hatte als Flash (mal wieder) unter Linux rumgezickt hat. Ich hab zwei Soundkarten im system, ist ganz praktisch eine für die Musik/Sound (5.1) und eine fürs VoiceChatten.

Letztes betreibe ich noch nicht unter linux, da es ventrilo noch nicht unter linux gibt (wird sich aber bald ändern…)

Nunja Flash bereitete mir mal wieder Probleme, so richtig und diesmal half auch kein

da ich die Soundkarte im bios nicht abschalten will/kann brauchte ich einen ähnlich brutalen weg… nunja man kann durchaus auch das laden eines treibers unterdrücken (oder gleich den kernel ohne treibersupport neu bauen…)

das ist natürlich eine krücke, für das Soundsubsystem ist es nun so als ob die karte nicht existieren würde. Sobald ich unter linux die zweite karte nutzen will, mach ich dicke backen oder schmeiße Flash entgültig von der platte… nicht die schlechteste alternative

serverseitige Profile

Wer mehrere Rechner sein eigen nennt und dazu noch einen Server beseitzt wird über kurz oder lang auf die wahnsinnige Idee kommen, alle userbezogenen Daten auf dem Server abzulegen, um im Falle eines Crashes alles wieder bei sammen zu haben oder schlicht um an allen Rechnern auf die gleichen Daten zuzugreifen.

Dies kann man unter Linux sehr bequem mittels mounting sehr elegant lösen. Einfach den Pfad /home/$(USERNAME) mittels pam_mount auf ein externe Quelle/Server mounten.

Unter Windows geht das nur über eine Domäne, bei der (nach wunsch) das Userprofiel serverseitig gespeichert wird.

Fährt man den Server jedoch mal runter  (kann im wartungsfall passieren) oder nutzt man das Ganze an einem Laptop und ist nicht im privaten netzt wird man folgendes festellen:

  • Linux: die GUI (Gnome/KDE/whatever) fährt hoch, aber alles sieht aus wie beim ersten Start.
  • Windows: man wird darauf hingewiesen, dass die Domäne samt serverseitgen Profielen nicht verfügbar ist. Sonst merkt man nichts.

Dies liegt an dem Umstand das Windows die Profile nach dem Anmelden downloaded und beim Abmelden wieder zurück kopiert. Steht der Server einmal nicht zur Verfügung wird mit der Kopie weitergearbeitet.

Steht ein Server bei einem Linux-Mount mittels CIFS oder NFS  nicht zur verfügung, schlegt der Mount fehl (was einem aber nur im syslog vermerkt wird) und man arbeitet nur noch lokal. Solange der Server online ist, schreibt man aber alles „direkt“ auf dem Server. Ohne nutzbare lokale kopie.

Ideal wäre eine DFS -implemntierung die einen das alles transparent abnimmt. Diese eierlegende Wollmichsau habe ich leider nicht gefunden. Deswegen habe ich folgenden Lösungsansatzt benutzt.

Die Idee von Microsoft für unterschiedliche „Systeme“ unterschiedliche Profile anzulegen, fand ich ganz vernünftig. Es gibt also Profile für ein WinXP64, WinXP32 usw… Auf einem DoppelKern mit dicker Graka läuft was anderes als auf einem Atom-Laptop. Nachteilig ist, dass das auch die „Eigenen Dateien“ betrifft, welche eigendlich Systemunabhängig sein sollten, wenn sich mal alle Entwickler drann halten würden.

Unter Linux lässt sich diese Trennung wesentlich leichter durchziehen, dank der Disziplin. Auf dem Server werden zwei Verzeichnisse angelegt und verfügbar gemacht.

  • Home-Verzeichniss: hier kommt alles rein was auf allen Rechnern zur verfügung stehen soll.
  • Profiles\$(System): hier kommt alles rein, was ein bestimmtes system betrifft.

Am Client muss man diese beiden verzeichnisse nur noch mittels mount irgendwohin mounten. „/mnt/.serverprofile“ und „/mnt/homedir“ bieten sich an . Da man den String der das System identifieziert selber wählen kann, steht einem die aufteilung frei. Sinnvoll ist eine auftreilung nach KDE/Gnome/Xfce. Es sind aber auch andere Aufteilungen möglich.

jetzt braucht es zwei scripte die das kopieren übernehmen:

  • Server->Lokale Kopie:
  • Lokale Kopie->Server:

Das erste Bash-Listing dürfte nicht verwundern. Alle Dateien aus den serververzeinissen werden in das Uservervzeichniss kopiert. „rsync -a“ sorgt nur dafür das alle gesetzten Rechte erhalten bleiben (außer ACLs was mich aber nicht stört)

Beim zweite Listing könnte nur der Ausdruck „~/.[a-Z,0-9]*“ verwirren. Der sorgt dafür das nur Files kopiert werden die mit einem Punkt beginnen. (Korrekt: es werden nur Dateien/Ordner kopiert die mit Punkt beginnen gefolgt von einem Buchstaben oder Zahl. Bei Bedarf muss das angepasst werden)

Die scripte sind nicht sonderlich intelligent und werden von mir im laufe der  Zeit auf effizents getrimmt. Man gewinnt viel zeit wenn man nur änderungen übertragt. Ich werde mal schauen was mit tar so gemacht werden kann…

Jetzt müssen diese beiden Scriptes nur noch bei an/abmeldung ausgeführt werden. Jeh nachdem welchen Desktopmanager man benutzt, ändert sich das vorgehen.

  • KDE: Unter „Systemeinstellung“ -> „Erweiterte Benutzereinstellung“ -> „Autostart“ kann man die Scriptes verlinken. Das ist unschön, da man es für jeden benutzer einzeln machen muss, für eine größere Anzahl an Rechner ist das nicht zu administrieren. Unter /usr/shutdown kann man auch scriptes ablegen. Diese Scriptes ziehen aber nur bei „Shutdown“ nicht logoff. Hier bin ich noch auf der suche nach einem entsprechend besseren Lösung.
  • Gnome: Hier bietet der GDM entsprechende Einsprungpunkte. /etc/gdm/PostSession und /etc/gdm/PreSession
  • Xcfe: hab ich (noch) nicht einsatzt. Wird aber im Laufe der nächsten Wochen geändert.

Mit den gemachten einstellung hat man sein Profiel auch wenn der Server mal nicht verfügbar ist.

PS: unter KDE wird er Kopie-Script ausgeführt wenn die Oberfläche oben ist. Es empfiehlt sich also vor dem ersten start, in der Konsole alles zu kopieren. Sonst könnte der geneigte user beim ersten start ein Schock bekommen: „Whaaa alles weg“.

Anno 1404

Vor drei Wochen hab ich es mal wieder gewagt und eine der sonst eher seltenen Handlungen getätigt… ich kaufte eine Vollpreispiel. Diesmal traf es das neue Anno. Als Fan des erstens Teils muss ich zugeben das ich die letzten beiden gekonnt ignoriert hab. Die haben mich einfach nicht angesprochen.

Diesmal entstand Anno mit unter der Federführung von BlueByte. Das wichtigste vorweg, die Siedlermacher haben ganze Arbeit geleistet

Vorwort

Die Kaiserdom aus einer anderen Perspektive
Die Kaiserdom aus einer anderen Perspektive

Wie immer in dieser Aufbau-Saga dreht sich alles darum sein eigenes mehr oder minder kleines Eiland zu besiedeln und zu einer Welt-Metropole auszubauen. Auf dem Weg dahin muss man als angehender Staatslenker jedoch das ein oder andere Bedürfnis des Pöbels befriedigen, was meist mir Expansion einher geht. Am Ende einer erfolgreichen Kampagne ist man Herr über mehr als ein Dutzend Inseln samt riesiger Handels-/Transportflotte. Und all das ohne das einem einmal langweilig geworden ist…. wie das geht, erläutere ich in den folgenden „Zeilen“.

Auf zu neuen Ufern

Ein Schiff beim Auslaufen aus dem Hafen
Ein Schiff beim Auslaufen aus dem Hafen

Am Anfang steht erstmal die Wahl zwischen Kampagne und Endlosspiel. Obwohl erstere Recht gut sein soll, hab ich diese erstmal links liegen lassen. Nach den ersten drei Mission, welche man getrost als Tutorial ansehen kann, stürzte ich mich in ein Endlosspiel. Hier kann man sich das Szenario nach Herzenslust zusammen klicken:

  • Mit oder ohne „Korsaren“
  • Unwetter – ja unbedingt
  • Aufträge – hmm ok
  • Größe der Inseln? – riesig was sonst…

So kann man sich den „Schwierigkeitsgrad“ nach Bedarf zusammen. Am Ende würfelt der Zufallsgenerator eine Nummer und erzeugt mit dieser eine neue Anno-Welt. Jede Nummer führt dabei wieder zur gleichen Welt, so kann man einen Hashing-Algorithmus auch erklären…;)
Jeh nachdem, was man sich zusammen geklickt hat, startet man mit seiner obligatorischer Nussschale in eine neue Welt…

Die ersten Stunden

Nach der Landung und dem Hochziehen des ersten Kontors geht es in gewohnter Anno-Manier der Wildnis an den Kragen. Hier schnell ein paar Holzfäller, dort den Marktplatz und schon hat man sich seine erste Siedlung zusammen geklickt. Die Steuerung ist eingängig, durchdacht und geht flott von der Hand. Man ist die meiste Zeit damit beschäftigt sich um seine „Neuankömmlinge“ bemühen und seine ersten Warenketten hochzuziehen.

Ein Armenhaus direkt neben einer Kirche
Ein Armenhaus direkt neben einer Kirche

Hier fällt sofort der wesentlich höhere Wuselfaktor auf. Auch gegenüber den zweiten und dritten Teil der Serie. Schon ein einer kleinen Anfänger-Siedlung geht gut die Post ab. Der Funke spring sofort über und man kauft der Siedlung ihren historischen Scharm sofort ab. Es wirkt nicht so „niedlich“/“verspielt“ wie die Siedler. Eher hübsch und glaubwürdig, aber dazu später mehr. Kaum hat man die ersten eigenen Zielsetzungen erfüllt, einen ausgeglichen Haushalt z.B.., kommen die ersten Aufträge rein. Diese abschaltbaren Aufträge dienen augenscheinlich nur dazu die Wartezeiten zu überbrücken. Dies tun sie aber besonders in der Anfangszeit mit Bravour. Mal wieder warten bis sich das Lager füllt, einfach einen paar Schiffbrüchige retten. Das kann bisweilen richtig in Arbeit ausarten. Die Missionen unterteilen sich in 6 Missionsarten:

  • Abliefermissionen: Man muss verschiedene Waren bei irgendwem abliefern. Entweder beim Auftraggeber oder bei einem „Zwischenevent“ (z.B. einem gestrandeten Schiff) wird diese dann abgeliefert
  • Eskortmissionen: wie der Name schon sagt, man eskortiert ein oder mehrere Schiffe und verteidigt sie gegen ankommende Wellen von Feinden
  • Blockade/Kill Missionen: Hier gehts zur Sache. Man muss, aus welchen Gründen auch immer, ein paar feindliche Schiffe vernichte und deren Überreste beim Auftraggeber abgeben.
  • Sondermission: vereinzelt wird man auch mit Aufgaben betraut die das bauen von gewissen Gebäuden oder anderen Prestigeobjekten beinhalten. Z.B. „Bauen sie 10 Kriegsschiffe“
  • Suchmissionen: Die „bestaune die geile Grafik“-Missionsart. Die Aufgabe besteht immer darin ein oder mehrere Person in der eigenen Siedlung auszumachen. Das geht nur in der höchsten Zoom-stufe und es ist stark zufallsbedingt wo die Personen auftauchen. Besonders in stressigen Situationen wird das echt fitzelig….

Alle Missionen werden mit Ruf, Gold und anderen Dreingaben Belohnt. Zudem zwingen sie einen förmlich zum erkunden der Karte.

Okzident und Orient

Eine orientalische Siedlung im Aufbau
Eine orientalische Siedlung im Aufbau

Über kurz oder lang trifft man auf „den Orient“. Entweder stolpert man über die Insel des Diplomaten oder wird per Auftrag dort hin geschickt. Diese ist, neben Vertreter des Kaisers, die zweite „neutrale“ Kraft auf der Insel mit der man sich gut stellen muss! Man kommt schlicht nicht umhin, da ohne eine orientalische Siedlung die Hauptsiedlung nicht Florieren kann. Zum einen kann man Bedürfnisse nicht erfüllen (Gewürze) zum anderen können die eigenen „Kaufleute“ (dritte Entwicklungsstufe) nur zu Patriziern aufsteigen, wenn sie Handelsprivilegien bekommen. Und die gibt es nur wenn man genügend Gesandte in seiner Orientsiedlung bekommt. Bevor man das jedoch schafft, bedarf es einigen Mission und Ruf beim Sultan, damit alle benötigten Gebäude freigeschaltet werden. Das dauert so rund 15 bis 20 Stunden. Danach stellt man entsetzt fest, das man gerade in Windeseile 2 Tage durchgezockt hat und mehrere „Meilensteine“ im Fluge genommen hat.

Massenproduktion ist nicht schön....
Massenproduktion ist nicht schön....

Die Erstellung von Waren und Rohstoffketten geht so gut von der Hand, das einem nicht auffällt wie schnell die Zeit rum geht. „Nur noch dieses Bedürfnis, dann steigen die wieder auf“, „Für das Gebäude brauch ich nur noch die Ressourcen…“. So gerät man schnell in einen zeit-verschlingenden Sog. Das die Spielmechanik so reibungslos funktioniert liegt vor allem an den durchdachten Abhängigkeiten. Jede der Verarbeitungsketten ist logisch nachvollziehbar und leicht zu durchschauen. So behält man vor allem am Anfang den Überblick und baut sein Handelsimperium auf. Mit steigender Einwohnerzahl und ohne eigentlichen Aufstieg der Bevölkerung erweitern sich dann die Bedürfnisse und die Komplexität nimmt langsam aber stetig zu. So steigt der Schwierigkeitsgrad langsam aber stetig an und es wird einen nie langweilig.

sondern Zweckmäßig
sondern Zweckmäßig

Ein bisschen stört aber die „Einfältigkeit“ des Orients. Eine orientalische Siedlung ist wesentlich einfacher zu verwalten als eine des Okzidents. Zum einen gibt es nur zwei Einwohnerstufen (Nomade und Gesandte), was die Grafische Vielfalt gen Null drückt, zum anderen gibt es wesentlich weniger Ansprüche. Es kommt in einer orientalischen Siedlung nie zum „selbst verschuldeten“ Brand, es bedarf keinen Zimmermann um die Gebäude in Schuss zu halten und die Pest kann auch nicht ausbrechen. Und das obwohl die „gefühlte“ Einwohnerdichte wesentlich höher ist. Zudem haben die orientalischen Einwohner keine „exotischen“ Anforderungen. Während es Kaufleute und Patrizier nach orientalischen Dingen trachtet, also Dinge die man nur von orientalischen Inseln bergen kann, benötigten Gesandte selbst in der letzten „Ausbaustufe“ (weit mehr als 10000 Gesandte) keine Ressource aus dem Okzident. Sie können sich quasi selbst versorgen. Ob das nun geschah um den Schwierigkeitsgrad zu drücken oder weil den Entwicklern die Zeit fehlte, sei mal dahin gestellt. Es stört den sehr guten Gesamteindruck der Spielmechanik und gibt dem ganzen eine faden Beigeschmack. Zumal es historisch belegte Fakten gibt das es „Damals“ sehr wohl ein Rückkanal an Waren gab…

Die Grafik

An Details wird nicht gegeizt...
An Details wird nicht gegeizt...

Ok an der Grafikengine gibt es wenig zu meckern. Für einen reines Aufbauspiel sieht das Spiel schon verdammt schick aus. Die Jungs fahren alles auf was die Grafikkarten heute so hergeben. Dennoch läuft das Spiel selbst auf betagten Rechnern richtig gut. Highlights ist natürlich das Stadttreiben. So hübsch und detaillverliebt hat man das bisher selten erlebt. Die Entwickler haben den „Sinn“ einer Postkartenansicht schon erkannt und diese verständlicherweise eingebaut. Der Name „Postkartenmodus“ ist dabei nicht ganz Wörtlich zu nehmen. Anders als bei Postkarten wird die Tiefenschärfe eher verringert und die Brennweite erhöht… (dichter ran gezoomt). Man kann durchaus mehrere Stunden damit „vergeuden“ tolle Photos von seiner Siedlung zu schießen oder seine Schiffe auf Karperfahrt zu begleiten. Die Kamera haftet dabei am Schiff, sehr vorbildlich. Leider gibt es den einzigen Schwachpunkt gerade bei diesem Postkarten-Modus: der viel zu hohe Kamera-Sichtpunkt. Wenn man über seine wirklich hübsche Siedlung „fliegt“ (scrollt) kribbelt es einen nicht nur einmal in den Fingern nicht nur über den Häuserschluchten zu bleiben… Man will eintauchen, der Straße folgen und am phantastischen Marktgetümmel teilhaben.

geschäftiges Treiben am Kai...
geschäftiges Treiben am Kai...

All die Details, an jeder Ecke gibt es was zum schmunzeln. Wenn sich ein Patrizier (dick) mit einem Bauern prügelt oder zwei Jungs aus der Schenke purzeln und sich in FightClub-Manier zurichten bleibt man mit der Kamera kleben. Obdachlose schieben sich auf „Rollstühlen“ durch die Gegend, in Badehäusern planschen die Leute, im Hafen kann man die dem treiben zuschauen… All dass lässt einen über die ein oder andere „Winzigkeit“ hinwegsehen. Bei dem Deteilgrad währe zb auch die Besatzung eines Schiffs locker drinne gewesen, aktuell sind das eher Geisterschiffe. Was irgendwie nicht nachvollziehbar ist, da man sogar das Ruder (Steuerrad) liebevoll modelliert hat. Einziger (historischer) „Kritikpunkt“ der Kategorie „schön aber schwer umzusetzen“: Trotz der tollen 3D Graphik ist die Spielwelt „Flach“ und gekachelt. Es gibt zwar berge und Erhöhungen, die lassen sich aber kaum für optisch erhöhte Gebäude nutzen. Die Gebäude lassen sich zwar drehen aber nur im 90° Winkel, Rundungen oder krumme Pfade gibt es gleich gar nicht. Was „unrealistisch“ ist. Erst in der neuen Welt, aka USA, hat man diese „Kachelbauweise“ exzessiv angewendet. Im Mittelmeerraum sind Siedlungen eher Gewachsen, Das ist aber alles meckern auf höchsten Niveau. Die Grafik ist über jeden Zweifel erhaben und weiß zu überzeugen.

Aufstieg einer Siedlung

Die Hafenanlage mit Statue, Speicherstadt und Dom im Hintergrund
Die Hafenanlage mit Statue, Speicherstadt und Dom im Hintergrund

Was den Entwicklern im Gegensatz zu den Vorgängern diesmal richtig gut gelungen ist, ist die Dynamik einer Siedlung, Ob man will oder Nicht, eine Siedlung wird sich, im laufe ihres Aufstiegs zur Metropole, dass ein oder andere Mal drastisch wandeln. Anfangs reicht noch die Hauptinsel als Hauptversorger. Nur Luxusgüter müssen extern zu geliefert werden. Fallen die aus, wird einem nicht gleich der Schädel runter gerissen. Die Steuereinnamen sinken zwar aber das kann man Kurzzeitig aushalten. Bricht die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln hingegen ab, hat man Schnell eine Revolte im Haus.

Gleiche Hafenanlage, der Wald ist verschwunden, die Siedlung bis an die Kaimauer gewachsen
Gleiche Hafenanlage, der Wald ist verschwunden, die Siedlung bis an die Kaimauer gewachsen

Irgendwann wird die Siedlung jedoch so groß, dass kein platz mehr für diese Produktionen sind. Dann heißt es auslagern auf eine andere Inseln. Kurz darauf stellt man fest, dass das Wachsen wie bisher schlecht war. Es richtete sich danach, wo welche Ressourcen auf der Insel abzubauen waren. Für eine reine Wohninsel sind andere Anordnung besser. Man baut das erste mal Richtig um. Nur um dann, sobald man die entsprechende Größe hat, nochmal um zubauen, weile neue Gebäude benötigt werden. Auch hier gilt der Orient ist genügsamer. Eine Moschee und ein Badehaus (oder mehrere) und schon ist die Bevölkerung zufrieden. Den letzten Umbau betreibt man dann beim nach dem Bau von „Monumenten“.

Das sind:

  • Speicherstadt: eine riesiges Lagerhaus, das die Lagermöglichkeiten auf einen Schlag sehr weit anhebt.
  • Moschee/Dom: Mit diesem religiösen Manifest werden auf einen schlag alle Gebäudeabhängigkeiten erfüllt.
Der Kaiserdom
Der Kaiserdom

Alle Gebäuden gleich ist, dass sie alle in mehrere Bauschritten hochgezogen werden. Jeder Bauschritt bedarf unterschiedlicher Ressourcen und verschlingt davon Massen. Während die Speicherstadt einfach nur „nice to have“ ist, verändert der Dom und die Moschee das Stadtbild grundlegend. Da diese Orte als „Markt“ (Zentrum der Siedlung) gelten und auch sonst alle Gebäudeabhängigkeiten „erfüllen“ kann man um sie alles abreisen und Komplett neu hochziehen um so die freien Flächen effizienter zu nutzten. Will man die 7500 Adligen in seine Siedlung locken, die es für den höchsten Stadtstatus bedarf, braucht es diese Effizienz aber auch. Die Insel ist dann meist bis zum letzten Meter ausgenutzt und voll gestopft.

Kriegerische Handlungen

Eine volle Breitseite
Eine volle Breitseite

Auf den Weg dahin kommt man aber nicht Umhin den ein oder anderen Krieg zu führen. Da am Anfang entweder nicht alle Ressourcen bekannt sind, die man braucht, oder schlicht man nicht die Ressourcen hat, eine Insel zu sichern kommt es spätestens nach den ersten Adligen zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Denn spätestens ab da, reichen die Inseln nicht mehr aus um 4 Kontrahenten (wenn man mit 3 KI Spielern startet) auf gleicher „Evolutionsstufe“ zu versorgen. Die KI regelt das meist selber Rechtzeitig. Noch bevor es soweit ist, wird einer der KI Kollege „aussortiert“. Mit etwas „diplomatischem Geschick“ ist man nicht unter den Leidtragenden.
Irgendwann kommt es aber zum unvermeidbaren. Man besiedelt eine Insel eines Mitspielers. Das ist im ersten Moment wenig tragisch und hat auch (von kleineren Abschlägen mal abgesehen) keine weiteren Folgen. Einfach einen Kontor auf der Insel platziert und wie gehabt drauf los gesiedelt. Das macht die KI übrigens auch recht gerne. Erreicht man das Siedlungsgebiet des Gegner ist erstmal Schluss. In das Einzugsgebiet eines Gegners kann man nichts bauen. Da sich auf friedlichen Wege die Gebiete nicht erweitern lassen kann man so eime sehr lange Zeit friedlich nebeneinander Leben. Bis zu dem Zeitpunkt wo man die Ressourcen des anderen dringend benötigt. Dann heißt es zu den Waffen greifen und für klare Verhältnisse sorgen. Dazu kann man grob auf 3 Truppentypen zurückgreifen.

  • Leichte Truppen: kleine recht günstige Einheiten
  • schwere Truppen: kostet mehr, hält aber auch mehr aus.
  • Distanzeinheiten: sind in der Lage aus der Distanz anzugreifen ohne selber schaden zu nehmen.
Eine Burg wird von See aus beschossen.
Eine Burg wird von See aus beschossen.

Alle Einheiten gemein ist, sie können ohne Probleme in feindliches Gebiet vordringen, sobald sie einmal einen Fuß auf den Boden bekommen haben. Das ist der grundlegende Kniff, entweder man hat eine Kontor auf der Insel oder man muss eine Trutzburg auf die Insel verlegen. Ohne diese beiden Maßnahmen können keine Truppen landen. Einmal gelandet läuft der „Kampf“ in sehr geordneten Bahnen. Die „Einheiten“ stelle immer gleich ganze Armeen dar. So wie in Total War zieht man also große Gruppen, keine einzelnen Einheiten. Diese können auch nur laufen oder Kämpfen, nicht beides. So sieht man z.B. wo der Gegner seine Truppen hinziehen will und kann ihn dort Empfangen. Die Armeen besitzen dabei zwei Radien. Einmal einen Radius in dem jede Bauaktion unterbunden wird. So dass man keine Verteilungsanlagen ad-hoc hochziehen kann. Der zweite, kleinere Radius ist stellt den aktiven Kampfbereich dar. In diesem Bereich werden feindliche Handelszentren übernommen oder zerstört aber auch alle Produktionsstätten unterdrückt, soll heißen eine belagerte Goldmine Produziert nichts mehr. Nur in diesem Radius können feindliche Einheiten angegriffen werden, Der Angriff läuft immer gleich. Die Angreifer belagern das feindliche Fort. Jeh mehr man an Einheiten hinzuzieht desto schneller geht das ganze. Wird man Belagert kann man mit einer zweiten Einheit das schutzlose Fort des Gegners plätten oder , falls man nicht in Reichweite kommt, seinen eigenen Leuten von außen bei der Belagerung helfen. Schlägt die Belagerung fehl ist auch die Einheit Geschichte. Das alles klingt spannender als es sich spielt. Zum einen liegt das an der Balance. Mit zwei Schiffen kann man eine Trutzburg von der Seeseite aus knacken. Das ist viel zu stark. Gepaart mit dem zweiten Problem, der brassligen KI, stellt eine Invasion fast nie ein Problem dar. Die KI landet nämlich immer an den gleichen Punkten. Im Laufe eines Krieges platziert man einfach ein paar Verteidiger dort und hart der Dinge die da kommen. Spannend geht anders.

Eine Seeschlacht wird schnell unübersichtlich
Eine Seeschlacht wird schnell unübersichtlich

Die Seeschlachten machen kaum ein besseres Bild. Hier befehligt man (nach Wunsch) jedes Schiff einzeln. Was auch Sinn machen würde, haben sie doch alle dank „Upgrades“ unterschiedliche Eigenschaften. Die Upgrades können ein bessere Kommandant oder „Verstärkte Planken“ sein. In der Praxis macht das alles aber keinen wirklichen unterschied. Spätestens wenn man gegen fünf oder mehr Schiffe antritt, verkommt die Seeschlacht zur unkontrollierbaren Würfelpartie. Die KI greift immer nur ein Schiff an, was dann alle Salven auf einmal einstecken muss.
Der Seekrieg zeigt aber auf eine andere Weise, wie stark dieses Spiel auf Singleplayer getrimmt ist. Die KI grast recht effektiv die Inseln ab und zerstört dort die Hafenanlagen und ladenden Schiffe. Da man besonders in der Anfangszeit zu wenig schiffe hat, um alle Häfen zu sichern, muss man schmerzliche Verluste hinnehmen.

Drei orientalische Kriegschiffe auf Abfangkurs
Drei orientalische Kriegschiffe auf Abfangkurs

Bei gut gefühlten Lagern hält man das eine Weile durch. Aber man merkt sofort wie einem die Warenketten zusammenbrechen. Der Seekrieg verkommt zur Materialschlacht. Wer hält es länger ohne Nachschub aus den Kolonien aus. Bricht die Versorgung einmal zusammen kann man so gut wie einpacken. Die eigenen Bevölkerung zahlt keine Steuern mehr oder Revoltiert sofort. Beides resultiert in einem extremen Einnahmeausfall. Entweder hat man noch genug Ressourcen und Gold um zum Gegenschlag aus zuhohlen oder man kann das Spiel neu starten. Bei einem Multiplayerspiel würde sich das Spiel so in wenigen Minuten entscheiden, was bei solange Vorbereitungszeit alles andere als „spaßbringend“ ist.

Die künstliche Intelligenz

Wenn das Spiel einen Schwachpunkt hat, dann die KI. Wie schon erwähnt, die KI greift immer auf den gleichen Routen an. Wirklich herausfordernd ist das nicht. Das Höchste der Gefühle ist, dass sie ihre Truppen zusammenzieht und zu einem gebündelten Großangriff ausholt. Auch im friedlichen Aufbaupart versagt sie. Sie baut immer nach Schema und alles andere als Effizient. Sie besetzt schon mal eine Insel und lässt sie dann brach liegen. Es wird sehr schnell ersichtlich, das sie cheatet. Sie verfügt über unendliche Ressourcen und kann alles bauen, was sie will. Ohne ein einzigen Adligen in der Siedlung zu haben, kann sie große Schlachtschiffe bauen. Eine Belagerung/Blockade des Hafens hat keinerlei Auswirkungen auf deren Bewohner. Selbst wenn man jedes Handelsschiff in Stücke geschossen hat, schickt die KI munter weitere Armeeeinheiten in Richtung eigene Inseln. Auch in diplomatischen Fragen handelt die KI alles andere als nachvollziehbar. Gut Charaktere mit ähnliches „Ansichten“ gehen schnell Bündnisse ein, dass war es aber auch schon. da wird man von einem KI – Kollegen ohne Handelsvertrag aufgefordert mit ihm in den Krieg gegen den aktuellen Bündnispartner zu ziehen. Anstatt das der Bündnispartner um Hilfe bittet…
Die KI Kollegen taugen nur als Geldgrube in der man jedwede Überproduktion in Gold tauschen kann. Einfach mit einem vollen Schiff hinfahren, Müll abladen, Geld einstecken. So kann man kurzfristig seine Finanzen auffrischen.

Fazit

Anno 1404 ist ein großartiger Zeitvernichter. Der Aufbaupart ist packend und fordernd und bis man die höchsten Stadtrang erreicht hat, dauert es eine ganze Weile. Für Aufbaufans gibt es nichts zu meckern, für alle mit etwas umfassenderen Anspruch fehlt ein wenig der militärische Part und eine Herausforderung. Hat man eine stabile Warenkette und den höchsten Rang erklommen, bleibt einem nur noch die anderen Inseln zu erobern und weitere Städte zu gründen. Bis man soweit ist, hat man jedoch mehr zeit im Spiel verbracht als bei vielen anderen Titeln. Die 100 Stunden schafft man mit diesem Spiel locker ohne einmal Langeweile zu verspüren.
Einzig die regelmäßigen Abstürze haben mich doch genervt. Nach einer Weile läuft der Speicher voll und das Spiel verabschiedet sich ohne Vorwarnung. Was meistens bedeutet das man ca. eine halbe Stunde Spielzeit verloren hat.